Kochen lernen als soziales Projekt

Gepostet auf 29. Januar 2012 by Team kochen-lernen.net

Sozialprojekte rücken notwendigerweise besonders in den letzten Jahren immer mehr in den Mittelpunkt, da besonders bei Jugendlichen ein erhöhter Bedarf besteht. In den sozial schlechteren Schichten ist beispielsweise ein warmes Mittagessen keine Selbstverständlichkeit.

Deutschlandweit gibt es daher immer mehr soziale Kochprojekte, um den Jugendlichen bewusste und gesunde Ernährung nahe zu bringen. Vor allem in sozial schwachen Familien soll so z.B. dem Problem des Übergewichts bei Jugendlichen vorgebeugt werden. Auch die Integration ausländischer Mitschüler ist durch soziale Kochprojekte, z.B. durch einen internationalen Kochkurs, möglich.

Lerneffekte durch Kochprojekte

Ein sehr bekanntes Projekt ist “Korrekt Kochen” vom Verein Powerbreak, mit dem Hintergrund, dass Jugendliche von Jugendlichen lernen. Jugendliche Schüler oder Schülerinnen einer Berufsfachschule unterrichten andere Jugendliche einen Tag zu dem Thema Ernährung. Der Tag wird zuvor mit einer Lehrperson vorbereitet, welche sich am Aktionstag aber im Hintergrund hält und nur eine unterstützende Wirkung ausübt.

Die jugendlichen Lehrkräfte unterrichten dann fünf Stunden in kleinen Teams und vermitteln ihr Wissen über ausgewogene Ernährung. Die Unterrichtseinheiten mit fast gleichaltrigen „Lehrern“ und Schülern hat einen positiven pädagogischen Effekt.

Die BZgA bietet das Projekt “Gut Drauf”, in dem Jugendliche mit dem Thema Kochen auf einer spaßigen Ebene in Berührung kommen. Elemente wie die “Koch-Charts” bringen den Jugendlichen Freude.

Bei dem Projekt “Food and more” werden Jugendliche von Jugendlichen bekocht. Ziel ist es, einmal am Tag eine warme Mahlzeit auf dem Tisch zu haben. Hier kann man sich bei der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung informieren.

Auch an Förderschulen werden, nicht zuletzt durch die Unterstützung mit EU-Geldern, Projekte ins Leben gerufen, die besonders übergewichtigen Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien einen neuen Zugang zum Thema Essen und Kochen eröffnen wollen.

Erfolgreiche Praxis durch die richtigen Motivationen

Als Jugendlicher ist man oft hin und her gerissen, das trifft auch auf das Essverhalten zu. Auf der einen Seite möchten die meisten jungen Menschen gerne schlank und fit sein. Auf der anderen Seite ernährt sich der Großteil am liebsten von Fast Food, weil es einfach gut schmeckt.

Soziale Kochprojekte bauen auf genau diesen Motivationspunkten auf, um den Jugendlichen ein neues Essverhalten zu vermitteln. Die stärkste Motivation ist mit Sicherheit das Schönheitsideal, aber auch die gemeinsame Freizeitgestaltung und das gemeinsame Essen bieten einen guten Anreiz.

Einen weiteren Anreiz zum Kochen lernen bieten den Jugendlichen auch die Medien. Berühmte Fernsehköche wie Tim Mälzer oder Jamie Oliver werden zu Vorbildern und unterstützen zum Teil auch selbst soziale Kochprojekte. Besonders Jamie Oliver setzt sich für gesunde Ernährung in Schulkantinen ein und startete in diesem Zusammenhang schon viele Projekte.

Die meisten sozialen Kochprojekte werden von den Jugendlichen mit Spaß und Freude aufgenommen, vor allem, wenn es für sie nicht selbstverständlich ist, zu Hause eine warme und ausgewogene Mahlzeit auf dem Tisch zu haben. Ein Vorteil der Kochprojekte ist der Fakt, dass sich Jugendliche durch bestimmte Reize leicht steuern lassen, vor allem wenn es um ihre eigene Eitelkeit und Freizeitgestaltung geht.

Soziale Kochprojekte sind dazu absolut geeignet und erzielen auch in der Praxis sehr gute Erfolge. Bleibt zu hoffen, dass auch in Zukunft ausreichende Fördergelder für derartige Projekte zur Verfügung stehen.

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