One-Pot. Meal Prep, Rezepte

Ein Topf, Tausend Möglichkeiten: Leckere One-Pot-Rezepte

Gepostet auf 8. Mai 2020 by Team kochen-lernen.net

Gut und gesund kochen, das bedeutet: filetieren, frittieren, blanchieren, sautieren, passieren, pochieren, pürieren, marinieren, dünsten, dampfen, quirlen, schwitzen (auch Sie), würzen, hobeln, heben, braten – und irgendwann ist es vollbracht, das Essen steht auf dem Tisch. Es geht aber auch sehr viel einfacher, wie sogenannte One-Pots beweisen. Im Folgenden erklären wir, was hinter dem neuen Food-Trend steckt und zeigen einige Beispiele für köstliche One-Pot-Gerichte, die garantiert gelingen. Ein weiterer Vorteil: Mit unseren Tipps brauchen Sie kein Kochbuch.

 

Ein Topf, sie zu … bezaubern!
Mit One-Pots spart man Zeit und Spülmittel

Zwölf Uhr, der Magen knurrt: Jetzt etwas Leckeres, das sich ohne großen Aufwand zubereiten lässt … Ist diese Hürde genommen, wartet die böse Überraschung zumeist nach dem Essen, wenn die Erinnerung an das verspeiste Mahl sich in Form eines Geschirrstapels manifestiert. Wer bereits in einer WG gelebt hat, der weiß, wohin liegengebliebene Küchenutensilien führen können – in den meisten Fällen verursachen sie eine spontane Spülamnesie. Forscher rätseln bis heute.

Damit weder der Kochlöffel noch der Haussegen schiefhängen, raten wir von Kochen-lernen.net zu One-Pot-Gerichten. Mögen diese Gerichte wörtlich übersetzt nichts anderes als Eintöpfe sein, erlauben sie in Wirklichkeit eine größere Auswahl an gesunden und überaus ästhetisch präsentierten Speisen, die jeden Eintopf blass aussehen lassen. Anders als beim klassischen Eintopf werden beim One-Pot alle Zutaten zeitgleich und nicht nacheinander gekocht. Hierfür muss man die Garzeiten verschiedener Lebensmittel berücksichtigen und etwas mehr Zeit mit vorherigem Schnippeln verbringen, die Zutaten also im Vorfeld servierfähig machen. Ein netter Nebeneffekt: Die Mahlzeit aus einem einzigen Gefäß verringert den Abwasch-Aufwand und spart Platz in der chronisch überfüllten Spülmaschine.

 

One-Pot-Gerichte: Ideal für die Kochphilosophie „Prep and Cook“

Apropos Zeitfaktor: Fällt die Wahl auf einen großen Topf, entsteht somit eine größere Nahrungsmenge, die sich gut portionieren sowie abfüllen lässt und gleich für mehrere Tage reicht. Meal Prep-Profis – Menschen, die gern und oft vorkochen – kommen bei One-Pots voll auf ihre Kosten. Aufgrund ihrer Alltagstauglichkeit eignen One-Pots sich auch hervorragend für Kindergerichte.

 

One-Pots sind gesunde Supergerichte, die allen schmecken

Ein weiterer Vorteil an diesen Gerichten ist, dass sie mit viel Gemüse – zum Teil auch Obst – und dementsprechend vielen Ballaststoffen zubereitet werden; Nährstoffen also, die gut für die Darmflora und für den Blutdruck sind. Dass zwischen den beiden ein Zusammenhang besteht, wird von dieser mundartlichen Weisheit bestätigt: „Wenn’s Arscherl brummt, ist’s Herzl g’sund.“ Tja, dem können wir nichts hinzufügen.

Obst, Gemüse, Vitamine

Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag? Geht ganz einfach mit One-Pots, den köstlichen Vitamintöpfen. © miguelangelacosta / pixabay.com

Nudelfans werden mit One-Pots ebenso glücklich wie Low Carb-Anhänger, die anstelle von Reis, Nudeln, Kartoffeln und Co. lieber zu Linsen, Quinoa und sogenanntem Pseudo-Getreide wie Buchweizen greifen. Auch diese Lebensmittel benötigen zum Aufquellen ausreichend Flüssigkeit, was sie One-Pot-tauglich macht. Wenn man bemerkt, dass der One-Pot zu wenig Flüssigkeit enthält, ist das nicht weiter schlimm, denn Wasser, Fonds, Kokosmilch und Sahne können jederzeit hinzugegeben werden.

So funktioniert sie, die unkomplizierte One-Pot-Küche!

 

Eine Rezept-Auswahl für den gelungenen One-Pot-Einstieg

 

One-Pot-Pasta

Der Klassiker unter den One-Pot-Gerichten wurde von der US-amerikanischen Starköchin und Haushaltsexpertin Martha Stewart erfunden. Sie ist es auch, die dem Eintopfwunder den prägnanten Namen verliehen hat.

Pasta, Mittelmeer, Kochen

Amerikanisches Fastfood und italienische Lebensfreude sind unvereinbar? Keineswegs, denn One-Pots verkörpern das Beste aus beiden Welten. © Daria-Yakovleva / pixabay.com

Sie benötigen:

  • 50 g Spaghetti (Bandnudeln sind auch gut)
  • 500 g Kirschtomaten
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Zwiebel
  • etwas Basilikum (wenn möglich: 1 Bund)
  • etwas Rosmarin
  • 4 EL Olivenöl
  • 1200 ml Wasser
  • Salz, Pfeffer, Chilipulver (oder Paprikapulver)
  • Prise Zucker oder etwas Honig
  • 40 g Parmesankäse

 

Zubereitung:

  • Vorab das Gemüse vorbereiten, das spart Zeit: Zunächst sollten die Kirschtomaten gründlich gewaschen, dann halbiert werden. Dann die Knoblauchzehen schälen und in feine Scheiben schneiden. Jetzt die Zwiebel schälen und würfeln. Übrigens: Den Knoblauchgeruch an den Händen kann man mit ein paar Spritzern Zitronensaft gut neutralisieren – dazu etwas Zitronensaft auf die Handflächen träufeln und die Hände aneinanderreiben. Was auch gut, vermutlich besser funktioniert, ist, beim Händewaschen mit Seife einen normalen, metallenen Esslöffel zu nehmen und die Löffelschale beim Waschen durch die Hände gleiten zu lassen. Das neutralisiert den Geruch vollständig. Deshalb gibt es auch solche „Edelstahl-Seife“.
  • Die Nudeln mit den Tomaten, den Zwiebel- und Knoblauchstücken, dem Basilikum (kleingerupft) und mit dem Öl in einen großen Topf geben. Das Ganze mit viel Wasser aufgießen, dann Salz, Pfeffer, etwas Zucker und Chilipulver (oder Paprikapulver) dazugeben. Zucker verstärkt die tomatentypische, fruchtige Note.
  • Das Wasser nun auf sehr hoher Temperatur kurz zum Kochen bringen, ehe der Inhalt dann, auf mittlerer Temperatur, ca. 8-9 Minuten köcheln darf. Wichtig: Den Topfinhalt immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt – das geht mit einem Kochlöffel.
  • Ist die Pasta gar und alles gut abgeschmeckt? Dann darf der Topf entweder auf einen Untersetzer oder Sie richten den Inhalt in Tellern an. Zu guter Letzt etwas Parmesan darüberstreuen. Cheerio und buon appetito!

 

One-Pot mit Fisch

Auch Fisch lässt sich hervorragend zu einem One-Pot verarbeiten, immerhin braucht das Meeresgetier viel Flüssigkeit, ehe es in Ihrem Magen weiterschwimmen darf – umgeben von köstlichen Gnocchi-Inseln.

Sie benötigen:

  • 400 g Gnocchi (TK)
  • 500 g Blattspinat (frisch oder TK)
  • 250 g Räucherlachs
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 2 EL Speiseöl (Raps- oder Olivenöl)
  • 350-400 ml Gemüsebrühe
  • 100 g Crème fraîche
  • Prise Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss
  • Parmesankäse

 

Zubereitung:

  • Zunächst geht’s an den Spinat: Ist dieser frisch, muss er zuerst gut geputzt und dann abgetrocknet oder trocken geschüttelt werden.
  • Dann den Knoblauch schälen und in feine Stücke schneiden.
  • Jetzt das Öl in einem großen Topf erhitzen und den Spinat zusammen mit dem Knoblauch solange leicht anbraten, bis der Spinat leicht glasig wird.
  • Nun dürfen die Gnocchi rein und das Ganze mit Brühe und der Crème fraîche auffüllen. Den Topfinhalt können Sie jetzt bei mittlerer Hitze für etwa 6 bis 7 Minuten – mit geschlossenem Deckel – köcheln lassen. Den One-Pot mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss
  • In der Zwischenzeit den Lachs in mundgerechte Stücke schneiden. Die Stücke werden kurz vor dem Garpunkt der Gnocchi in den Topf gegeben; alles gut verrühren.
  • Den One-Pot in Schüsseln servieren und bei Bedarf etwas Parmesan darüberstreuen. Wohl bekommt’s!

 

Tipp:  Dieses Gericht klappt auch mit frischem Lachs: Bei dieser Variante sollte der Fisch bereits zu Beginn ins Wasser gegeben werden, also gemeinsam mit den Gnocchi köcheln.

 

Veganes One-Pot

Erbsenzähler aufgepasst: Bei diesem Gericht werden die etwas langweiligen Hülsenfrüchte mit Quinoa, dem südamerikanischen Power-Getreide, aufregend wie schon lange nicht mehr – und für die cremig-sämige Konsistenz sorgt Kokosmilch.

 

Sie benötigen:

  • 180 g Quinoa
  • 400 g Zucchini
  • 200 g Erbsen (frische oder aus der TK-Pckg.)
  • 2 Stangen Frühlingszwiebel
  • ½ Zitrone (unbehandelt oder Bio) für Abrieb und Saft
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 ½ TL Gemüsefonds
  • 400 ml Kokosmilch
  • 4 Zweige Minze
  • 4 Zweige Petersilie
  • Prise Salz und Pfeffer

 

Zubereitung:

  • Quinoa in einem feinen Sieb oder in einer kleinen Schüssel gründlich mit Wasser waschen. Keine Sorge, Quinoa schäumt dabei ein wenig, weil das Wasser die Bitterstoffe rauswäscht: Deswegen muss es gut ausgespült werden.
  • Jetzt die Zucchini waschen, deren Enden abschneiden und die Zucchini in kleine Würfel schneiden.
  • Jetzt sollten die Erbsen aus dem Tiefkühlfach geholt und bereitgestellt werden. Dann bitte die Frühlingszwiebeln waschen, deren Enden abschneiden und in Ringe schneiden (nicht zu dick).
  • Die Zitrone unter sehr warmem/heißem Wasser abwaschen, abtrocknen und mit einem Zestenreißer die Schale zur Hälfte abziehen. Jetzt bitte die Zitrone halbieren und den Saft auspressen.
  • Nehmen Sie einen großen Topf: Nun das Olivenöl bei relativ hoher Temperatur erhitzen und die Frühlingszwiebeln kurz darin anbraten.
  • Das Quinoa und die Zucchinistücke mit 250 ml Gemüsebrühe und mit der Kokosmilch in den Topf geben. Und jetzt: Deckel drauf! Das Ganze dann für 18-20 Minuten köcheln lassen; bei ca. 15 Minuten die Erbsen dazugeben.
  • Währenddessen die Minze und die Petersilie waschen, mit Küchenkrepp abtrocknen oder trocken schütteln und anschließend fein hacken. Die Petersilie wird in den Topf gegeben, die Minze dient als Dekoration.
  • Zu guter Letzt den One-Pot noch mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Tipp: Brot vom Vortag passt gut zu diesem Gericht, da es in reichlich Flüssigkeit getunkt werden kann. Alternativ können Sie auch Seitan, ein veganes, japanisches Weizeneiweißprodukt, dazugeben.

 

One-Pot-Nachtisch

Sie wissen nicht wohin mit dem Hamstervorrat an Nudeln? Kein Problem, denn bei diesem Gericht wird der Küchenklassiker „Milchreis“ neu interpretiert, und anstelle von Reis werden nun Milchnudeln mit Kokosgeschmack aufgetischt.

Dessert, Milch, Beeren

Hier mal eine korrekte Milchmädchenrechnung: Topf + Milch + Beeren + Nudeln = köstlich!  © Lundbergh / pixabay.com

 

Sie benötigen:

  • 400 g Suppennudeln (kleine, kurze Nudeln)
  • 400 ml Milch oder 1 l Hafer-, Reis-, Soja- oder Mandeldrink
  • 2 Dosen Kokosmilch
  • 1 Pckg. Vanillinzucker
  • Zimtpulver

 

Zubereitung:

  • Suppennudeln zusammen mit Milch oder Milchersatz und mit Kokosmilch in einen Topf geben.
  • Topfinhalt auf mittelhoher Temperatur erhitzen und regelmäßig umrühren.
  • Zucker
  • Die Milchnudeln sind fertig, sobald die meiste Flüssigkeit verkocht ist und die Nudeln weich und gleichzeitig noch bissfest sind.
  • Bei Bedarf können Sie die Nudeln noch mit etwas Zimt

 

Tipp: Die Milchnudeln lassen sich auch mit Stevia, Honig oder Agavendicksaft süßen.

 

One-Pots – der etwas andere Schmelztiegel

One-Pots sind DIE kulinarische Sensation, schließlich beweisen die alltagstauglichen Allrounder, dass schnell zubereitetes Essen auch gesund sein kann: Fast Food = Smart Food. Mit unseren One-Pot-Rezepten finden auch Sie als Einsteiger*in das passende Gericht und werden bemerken, dass Ihre Geschmacksknospen stärker aufblühen als der Flieder im Park. Und jetzt: Auf die Töpfe, fertig, los!

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